Insulinom
Das Insulinom wird unter den so genannten ‚Apudomen’ eingereiht. Das sind Geschwulste, die von Zellen des APUD-Systems (Amin-precursor-uptake-and-decarboxylation-System) - z.B. B-Zellen der hormonbildenden Zellgruppen (Langerhans-Inseln) im Kopf der Bauchspeicheldrüse - herrühren. Das heißt, letztere nehmen gewöhnlich Amine bzw. deren Vorstufen auf und decaboxylieren diese. Peptidhormone wie beispielsweise das Insulin können so entstehen und vom entsprechenden Organ (z.B. Bauchspeicheldrüse) an das angrenzende Gewebe, in die Blutbahn oder an Nervenzellen übertragen werden.
Das Insulinom schüttet ebenso Insulin aus und ist bis zu 90 Prozent als Adenom (Geschwulst des drüsigen Deckgewebes) gutartig, kann aber auch bösartig wuchern. Bei Frauen ist es häufiger anzutreffen als bei Männern. Und da das Insulin gewöhnlich an der Regelung des Blutzuckerspiegels beteiligt ist, speziell für die Blutzuckersenkung verantwortlich ist, kommt es durch die Existenz eines Insulinoms zu einer Mehrproduktion dieses Stoffes (Hyperinsulinismus) und in der Folge hiervon zu wiederholten Unterzuckerungen im System (Hypoglykämie). Anzeichen sind z.B. kalter Schweißausbruch, Müdigkeit, Schwindelgefühle, Krampfanfälle, Störungen des Bewusstseins, Heißhungerattacken und damit rasche Beseitigung der anderen Symptome durch schnelle Kohlenhydrataufnahme sowie Übergewicht, meist als Folge hiervon.
Wurde ein Insulinom z.B. mit Hilfe von Blutuntersuchungen (Blutzucker-, Insulinwerte), Ultraschall bzw. mit bildgebenden (tomographischen) Verfahren (CT, MRT z.B.) diagnostiziert, so ist meist eine chirurgische Entfernung des Tumors notwendig. Eine Vor- bzw. Nachbehandlung mit einem die Insulinproduktion hemmenden Medikament kann zusätzlich erfolgen.
Kategoriezuordnung: Krebs-Lexikon, Krebsbegriffe: I | J | K | L · Artikel erstellt am: 26.04.2006




