Chemotherapie
(Paul Ehrlich, 1854-1915) die auf dem »Prinzip der selektiven Toxizität« beruhende Behandlung mit Chemotherapeutika (solitär oder kombiniert: Mono- bzw. Poly-Ch.); wird heute oft gleichbedeutend mit Zytostatikatherapie (bei malignen Erkrankungen) verwendet.
Die moderne Medizin nennt die gängigen Therapien gegen Krebs die „drei Säulen“. Ist der Krebs diagnostiziert, gilt es die drei Säulen zu Anwendung zu bringen. Diese sind im einzelnen Operation, Strahlen – und Chemotherapie. Alle drei Therapien sind aber ausschließlich darauf ausgelegt, die Krebszelle zu vernichten oder schnell zu entfernen.
Die Chemotherapie hat bei der Behandlung von Krebs den weitesten Streubereich. Entweder kommt sie alleine bei der Behandlung zum Einsatz oder sie wird unterstützend nach einer Operation eingesetzt. Die dabei eingesetzten Medikamente sind Chemotherapeutika oder Zellgifte (Zytostatika). Die Chemotherapie zur Krebsbehandlung hat das Ziel die Teilung der Zelle auf unterschiedliche Weise zu blockieren, woraufhin diese abstirbt. Die Chemotherapie zur Krebsbehandlung hat leider einen großen Nachteil: Neben den Krebszellen trifft sie auch neben liegendes Gewebe und greift das Immunsystem extrem an. Dieses ist normalerweise der natürlichste und stärkste Gegner des Krebses. Bei der Chemotherapie zur Krebsbehandlung werden häufig Chemotherapeutika untereinander kombiniert. Damit sollen die Krebszellen auf verschiedenen Ebenen geschädigt werden. Das Versagen der Chemotherapie bei vielen Krebsformen beruht darauf, dass sie nur diejenigen Zellen schädigt, die sich in der Teilung befinden. Zellen, die sich zu diesem Zeitpunkt nicht teilen, bleiben unbeeinflusst. Daher bleiben bei jedem Chemotherapie-Zyklus einige Tumorzellen übrig, die resistent gegen Chemotherapeutika sind und dann besonders aggressiv weiter wachsen. Die Chemotherapie zur Krebsbehandlung ist also kein Garant für die Genesung des Patienten.
Chemotherapie adjuvante
systemische Behandlung mit Zytostatika in Ergänzung einer potentiell kurativen Operation u./oder Bestrahlung eines Tumors, wobei Tumormassen nicht (mehr) nachweisbar sind (also Behandlung von Mikrometastasen); s.a. adjuvante Therapie.
Chemotherapie, intrakavitäre
lokale (topische) Zytostatikabehandlung in einem Hohlorgan; z.B. als Installationstherapie in der Harnblase nach transurethraler Elektroresektion eines oberflächlichen Urothelkarzinoms.
Chemotherapie, lokoregionale
Einbringen der Zytostatika in die einen Tumor versorgenden Blutgefäße, um eine höhere lokale Konzentration (bei möglichst geringer systemischer Toxizität) zu erreichen; z.B. bei nicht operablem Leberzellkarzinom oder nicht operablen Lebermetastasen, als Extremitätenperfusion bei Melanom (auch als adjuvante Maßnahme) oder Weichteilsarkomen.
Chemotherapie., neoadjuvante
systemische Behandlung mit Zytostatika mit dem Ziel, eine Metastasierung vor einem potentiell kurativen Eingriff zu verhüten; vgl. Induktionschemotherapie (Down-Staging).
Chemotherapie, regionale
Chemotherapie, lokoregionale.
Kategoriezuordnung: Krebs-Lexikon, Krebsbegriffe: A | B | C | D · Artikel erstellt am: 24.04.2006




