Hodenkrebs
Hodenkrebs ist meist eine Wucherung maligner Keimzellen
Nur wenige Wucherungen am Hoden sind in der Regel gutartig (z.B. Adenome). Am meisten leiden junge Männer im Alter zwischen 20 und 40 Jahren an einem bösartigen Hodenkrebs, welcher zum einen in den Keimblattanteilen der Embryonalzellen oder im Keimgewebe des Hodens (Seminom) begründet sein kann, zum anderen in einer malignen Geschwulst aus unterschiedlichen Gewebearten, vermutlich entstanden aus unbefruchteten Keimzellen (Teratokarzinom).
Hodenkrebs macht zwar nur etwa ein bis zwei Prozent aller bösartigen Tumore bei Männern aus, doch bei der am häufigsten betroffenen Altersgruppe ist dieser auch die häufigste aller auftretenden Krebserkrankungen. Viele Betroffene suchen meist aus Scham erst dann einen Arzt auf, wenn der Tumor bereits Metastasen gebildet hat. Bei frühzeitiger Erkennung aber liegt die Heilungschance bei über 90 Prozent.
Ein gewisses Risiko birgt ein im Säuglingsalter erlittener Hodenhochstand (Hoden außerhalb des Hodensackes) oder aber eine Schrumpfung (Atrophie) des Hodens, z.B. infolge einer Entzündung. Mit einer regelmäßigen Selbstuntersuchung kann dieser recht einfach auf Verhärtungen und Schwellungen abgetastet und bei positivem Befund entsprechend schnell reagiert werden. Oft werden Männer aber erst dann aufmerksam, wenn sich zusätzlich zu einer lang anhaltenden, meist schmerzlosen Schwellung ein Schweregefühl einstellt.
Bei Hodenkrebs ähneln die Symptome oftmals denen eines Wasserbruchs (Hydrozele), bei dem es zu einer Ansammlung von Flüssigkeit zwischen den Blättern der Hodenhüllen kommt. Nur ein Arzt kann letzten Endes genau sagen, um welche Art von Erkrankung es sich bei einem ertasteten Knoten wirklich handelt. Mit einer Ultraschall- und Blutuntersuchung kann er eine genauere Diagnose stellen, noch genauer aber mit einem bildgebenden Verfahren wie z.B. der Computertomographie (CT). Bei positivem Befund erfolgt meist eine operative Tumorentfernung mit anschließender Chemo- oder Strahlentherapie - je nach Ausbreitung, Stadium und Art der Erkrankung. Oft wird auch noch zusätzlich das Gewebe des gesunden Hodens untersucht, da in bis zu fünf Prozent aller Fälle ein Hodenkrebs beidseitig auftritt. Eine Alternativtherapie wäre die ECT.
Kategoriezuordnung: Krebs-Lexikon, Krebsbegriffe: E | F | G | H · Artikel erstellt am: 24.04.2006




