Gallenblasenkarzinom
Bringt nicht nur die Galle zum Überlaufen …
- das Gallenblasenkarzinom
Neben Leber und Bauchspeicheldrüse ist auch die Gallenblase an lebenswichtigen Verdauungsvorgängen des Körpers beteiligt. Sie befindet sich in unmittelbarer Nähe und Verbindung zu den beiden erstgenannten Organen. Sie speichert den aus der Leber kommenden Gallensaft, welcher wiederum Nahrungsbestandteile wie z.B. Fette bearbeitet, sodass diese für die von der Bauchspeicheldrüse kommenden enzymatischen Verdauungssekrete angreifbarer werden.
Als bösartige Geschwulst der Gallenblase tritt das Gallenblasenkarzinom sehr selten und wenn, dann erst im zweiten Lebensdrittel, ca. ab dem 60. Lebensjahr, in Erscheinung. Frauen sind davon sehr viel häufiger betroffen als Männer. Außerdem leiden die meisten Betroffenen an Gallensteinen und an einer chronisch entzündeten Gallenblase (Cholezystitis). Es wird deshalb angenommen, dass diese Erkrankungen ein Gallenblasenkarzinom erheblich begünstigen.
Ein augenfälliges Symptom ist eine sich langsam ausbreitende Gelbsucht, oft in Verbindung mit einer schmerzlosen, ertastbaren Vergrößerung der Gallenblase (Courvoisier-Zeichen). Weitere ungenauere Anzeichen können z.B. Völlegefühl und Druck im oberen Bauchabschnitt, Übelkeit sowie Gewichtsverlust sein. Eine ärztliche Abklärung erfolgt in der Regel mit Untersuchungen wie der Röntgenkontrastdarstellung mit Endoskopie, mit Ultraschall, bildgebenden Verfahren wie CT und MRT sowie mit Bestimmung der Blutwerte.
Da ein Gallenblasenkarzinom, mit unklarer Symptomatik behaftet, oft erst in einem fortgeschrittenen Stadium bemerkt wird, gestaltet sich die Heilung mit einem operativen Eingriff weniger günstig. Die Gallenblase wird dann meist mit einem größeren Bauchschnitt entfernt (Cholezystektomie). Oftmals kann die Erkrankung auch nur noch gelindert, nicht aber vollständig geheilt werden. Das so genannte ‚laparoskopische Verfahren’, d.h. der operative Eingriff mit Hilfe einer Bauchspiegelung und wenigen kleinen Bauchschnitten, wird in der Regel nur angewandt, wenn das Komplikationsrisiko als gering eingeschätzt wird. Dies kann z.B. bei einem eher unspektakulären Leiden an Gallensteinen der Fall sein.
Karzinom der Gallenblasenwand; ist meist adenomatös, seltener zirrhös, anaplastisch oder ein Plattenepithelkarzinom; häufigster maligner Tumor des biliären Systems; in ca. 90% bei gleichzeitig vorhandenen Gallensteinen (Cholelithiasis). Die Porzellangallenblase gilt als Präkanzerose. Klassifikation nach dem TNM-System. Symptome (es handelt sich um einen Tumor, der klinisch oft lange Zeit stumm ist, s.a. Courvoisier* Zeichen): Schmerzen im rechten Oberbauch, Ikterus, Gewichtsabnahme, evtl. tastbarer Tumor; Metastasierung erfolgt in regionäre Lymphknoten, per continuitatem in die Leber u. - evtl. frühzeitig! - hämatogen über Leber u. Lungen in den großen Kreislauf. Diagnose: Sonographie, sonographisch gezielte Feinnadelpunktion. Therapie: Operation, endoskopische oder perkutane Einlage von Gallengangs-Endoprothesen.
Kategoriezuordnung: Krebs-Lexikon, Krebsbegriffe: E | F | G | H · Artikel erstellt am: 19.04.2006




