Bauchspeicheldrüsenkarzinom
Das Bauchspeicheldrüsenkarzinom
bringt Verdauungssaft und Blutzucker aus dem Lot
Die Bauchspeicheldrüse (Pankreas) ist ein lebenswichtiges Organ, denn sie produziert den Verdauungssaft und die Hormone zur Regulation des Blutzuckerspiegels. Mit Sitz im linken Oberbauch ist sie bis zu 20 cm lang und besteht aus Kopf-, Körper- und Schwanzteil.
Obwohl ein Bauchspeicheldrüsenkarzinom (Pankreaskarzinom) als bösartige Drüsengeschwulst entsprechend gravierende Funktionsstörungen verursacht, wird ein Tumor infolge nicht eindeutiger Anzeichen meist erst im fortgeschrittenen Stadium erkannt. Am häufigsten entwickelt er sich im Kopfteil am Deckgewebe der kleinen Pankreasgänge.
Folgende Symptome können z.B. neben einer Vielzahl anderer darauf hinweisen: Druck- und Völlegefühl bzw. anhaltende Schmerzen im Ober- und Mittelbauch mit Ausstrahlung in die rechte Flanke, in die linke Schulter, bis zur Wirbelsäule hin; Verdauungsbeschwerden, Gelbsucht (Gallennähe), neu aufgetretener Diabetes mellitus. Ganz wichtig ist die Vorsorge- und Früherkennung, vor allem für Risikopersonen (Raucher, Zuckerkranke, Alkoholiker z.B.). Auch familiär Vorbelastete und Menschen mit chronischer Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis) sind gefährdet, obwohl eindeutige Ursachen für ein Bauchspeicheldrüsenkarzinom bisher noch nicht erkannt wurden.
Im Vergleich zu anderen kommt diese Krebsart recht selten und zumeist in einem höheren Alter vor. Aber als Todesursache fungiert sie unter den Tumorerkrankungen weit vorn, denn bei relativ spät diagnostiziertem Befund und in der Regel schneller Metastasierung kann operativ oft nicht mehr genügend getan werden. Und andere, vor allem alternative Methoden versprechen dann wenig Heilungserfolg.
Nach der Diagnose - z.B. mit Labor- und Gewebeuntersuchung, Ultraschall, Endoskopie, Computertomographie - kann bei einem Bauchspeicheldrüsenkarzinom schlecht das ganze Organ entfernt werden (Pankreatektomie); zu einschneidend sind die Stoffwechselprozesse, die damit am Laufen gehalten werden. Bei der recht komplizierten Whipple-Operation z.B. werden deshalb nur Teile des Pankreas und der Nachbarorgane (z.B. Magen) entfernt und die Verdauungssäfte dann später über eine zwischengeschaltete Dünndarmschlinge abgeleitet.
Kategoriezuordnung: Krebs-Lexikon, Krebsbegriffe: A | B | C | D · Artikel erstellt am: 19.04.2006




