Beratung und Information
zur

Krebstherapie

Nasopharynx

Nasopharynx  (Ergänzung)
Plattenepithelkarzinome 
Lymphoepitheliale Karzinome 
Lymphoretikuläre Sarkome 
Adenokarzinome 
Sonstige (z. B. embryonale Rhabdomyosarkome) 
Ausdehnung und Metastasierung
Nasopharynxkarzinome können lange unentdeckt wachsen. auch wenn bei tastbaren Halslymphknotenmetastasen nach ihnen gesucht wird. Das lokale Wachstum folgt den anatomischen Gegebenheiten, deren genaue Kenntnis für die Behandlung Voraussetzung ist. Die Ausdehnung nach vorn geht über die Choanen in die Nasenhöhle (Zerstörung des Septums) und zum harten Gaumen. In den seitlichen Pharynxwänden verlaufen die großen Gefäße, die A. carotis und die V. jugularis, die Hirnnerven IX bis XII und der Grenzstrang des Sympathikus. Dort befindet sich auch die 1. Lymphknotenstation, so daß Kompressionen des Gefäß-Nerven-Stranges durch vergrößerte Lymphknoten möglich sind. Die Ausdehnung der Tumoren nach oben verletzt Strukturen der Schädelbasis. Hier findet man regelmäßig eine Beteiligung der Keilbeinhöhlen und des Foramen lacerum mit seiner direkten Verbindung zum Sinus cavernosus und der mittleren Schädelgrube (Felsenbein). Ausfälle der Hirnnerven III, IV und VI sind dann möglich. Ein Einbruch in die Orbita wird manchmal beobachtet. Epipharynxtumoren metastasieren häufig und frühzeitig in die regionalen Lymphknoten, Fletcher fand sie in 87% aller Fälle ein- oder beidseitig. Die Lymphdrainage des Epipharynx geht zunächst in den parapharyngealen Raum zu dem Rouviereschen Lymphknoten nahe der Schädelbasis und anderen tief an der Halswirbelsäule gelegenen Knoten. Diese sind der Palpation und klinischen Untersuchung nicht zugängig. Der weitere Abfluß verläuft zu tiefen oberen zervikalen Lymphknoten, häufig tastet man vergrößerte Lymphknoten im Kieferwinkel, am Hinterrad des Sternokleidomastoideus und retroaurikulär.

Klinik
Selten führen die Klagen des Patienten sofort zur Entdeckung eines Nasopharynxtumors, weil dieser lange symptomlos bleiben kann und erst durch Infiltration und Symptome von seiten der Nachbarschaft auffällt. Diese werden ausgelöst von Tube und Mittelohr als Taubheitsgefühl oder Schwerhörigkeit, von der Nase als behinderte Nasenatmung, nasale Stimme oder Blutung, von den Hirnnerven als Ausfallserscheinung oder Schmerz und von den frühzeitig befallenen Halslymphknoten als Metastasen eines unbekannten Primärtumors.

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Kategoriezuordnung: Krebs-Lexikon, Krebsbegriffe: M | N | O | P · Artikel erstellt am: 28.06.2006
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