Wilms-Tumor
Der Wilms-Tumor ist ein embryonaler Nierentumor
Ein Wilms-Tumor, benannt nach dem deutschen Chirurgen Max Wilms (1867-1918), auch Nephroblastom, Adenomyorhabdosarkom oder Adenosarkom, ist ein vermutlich angeborener, aus embryonalem Mischgewebe bestehender Nierentumor, der zu den häufigsten bösartigen Erkrankungen des Kindesalters zählt, obwohl er an sich selten auftritt. Bei Erwachsenen kommt diese Art von Geschwulst so gut wie gar nicht vor.
Die Entstehungsursachen betreffend wird angenommen, dass genetische Faktoren eine Rolle spielen. Denn bei den Tumorzellen tritt unter anderem z.B. ein DNA-Verlust bei Chromosom 11 auf, der normalerweise auch ein Tumorwachstum unterdrückt. Außerdem kommen bei Patienten mit Wilms-Tumor oft auch andere Organfehlbildungen vor.
Diese Art von Geschwulst kann sich schnell auf ein großes Ausmaß hin entwickeln. Frühe Symptome sind selten und eine prophylaktische Vorsorgeuntersuchung ist noch nicht gefunden. Trotzdem werden über 80 Prozent der kleinen Patienten, von denen die meisten auch noch unter fünf Jahre alt sind, vollständig geheilt. Vorausgesetzt, der Tumor hat noch nicht metastasiert. Tochtergeschwülste treten vorwiegend in den Lymphknoten entlang der größeren Bauchgefäße und in der Lunge auf. Zudem kann es zu tumorösen Zapfen in den Nierenvenen kommen.
Ein Wilms-Tumor verursacht als Hauptbeschwerde meist eine Wölbung der Bauchdecke, die meist schmerzlos ist. Es sei denn, die Geschwulst hat z.B. den Harnleiter eingeengt, was kolikartige Krämpfe auslösen kann. Manchmal kommen Fieber, Übelkeit sowie Verstopfung oder Durchfall hinzu.
Ein Verdacht auf Wilms-Tumor ergibt sich sehr häufig bei einer gewöhnlichen Reihenuntersuchung. Untersuchungen mit bildgebenden Verfahren stellen dann z.B. Gewebetyp, Stadium und Ausbreitungsraum des Tumors sicher. Nach diesem Befund (Wilms-Tumor-Klassifikation) und dem Alter des Kindes richtet sich die nachfolgende Therapie. Eine vorherige Gewebeentnahme birgt die große Gefahr einer Streuung der Tumorzellen. Diese ist ebenfalls beim operativen Eingriff gegeben, wenn die Geschwulst plötzlich zerreißt (Tumorruptur). In der Regel besteht aber eine herkömmliche Behandlung dennoch aus einem chirurgischen Eingriff mit vor- bzw. nachgeschalteter Chemo- und / oder Strahlenbehandlung. Vor der Operation werden die Nieren auf ihre Funktion hin genauestens überprüft, um diese auch im Nachhinein aufrechterhalten zu können.
Kategoriezuordnung: Krebs-Lexikon, Krebsbegriffe: U | V | W | X | Y | Z · Artikel erstellt am: 26.06.2006




