Prostatakarzinom
Bösartiger Tumor der Vorsteherdrüse -
das Prostatakarzinom
Die Prostata ist eine kastanienartige Drüse, die an Mastdarm und Blase grenzt und die Harnröhre umschließt. Deren Flüssigkeit transportiert und aktiviert die Samenfäden. Krebs in der Prostata kommt meist als Prostatakarzinom vor, wächst hauptsächlich in der peripheren Zone (Deckgewebe) und ist die häufigste Krebserkrankung bei Männern, tritt aber fast nur in der zweiten Lebenshälfte auf. Aus diesem Grund wird neben Umwelteinflüssen und genetischer Prädestination eine hormonelle Umstellung ursächlich für diese Tumorart vermutet. Daneben ist bekannt, dass nicht nur ein hoher Testosteronspiegel, sondern ebenso ein übermäßiger Konsum tierischer Fette sowie Übergewicht und Bewegungsmangel das Tumorwachstum begünstigen. Gleichzeitig scheinen bioaktive sekundäre Pflanzenstoffe (Soja, Leinsamen) gegen ein Prostatakarzinom zu schützen.
Es gibt Ausprägungen dieser Krebsart, die schnell wachsen und metastasieren, andere Krebszellen wiederum ruhen latent oder vermehren sich äußerst langsam. Viele Männer tragen den Krebskeim übrigens in sich, ohne dass dieser überhaupt jemals zum Ausbruch kommt. Wird bei der Krebsvorsorgeuntersuchung ab dem 45. Lebensjahr mittels digital-rektaler Tastuntersuchung und Bestimmung des PSA-Wertes (hoher Wert des Prostata-spezifischen Antigens bei Krebs) ein Prostatakarzinom im Frühstadium diagnostiziert, ist es mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit vollständig heilbar. Leider werden viele dieser Tumore aber erst zu einem späteren Zeitpunkt, vielleicht sogar zufällig bei der Operation einer gutartigen Prostatavergrößerung entdeckt (Zufallskarzinom / inzidentelles Karzinom). Im fortgeschrittenen Stadium leidet der Betroffene meist an Schmerzen in der Prostata. Hinzu lässt sich Blut im Urin nachweisen und es kommt zu Problemen bei der Blasen- und Darmentleerung, mitunter zu Rückenschmerzen, da sich Metastasen gerne in der Wirbelsäule ansiedeln.
Hat sich bei einer ersten Untersuchung ein Verdacht auf Prostatakarzinom ergeben, erfolgt eine Gewebeentnahme (Biopsie) durch den Damm (transperineal) oder vom Mastdarm aus (transrektal). Dabei kommt heutzutage neben der transrektalen Prostataaspirationspunktion mit einer Spritze verstärkt eine ultraschallgesteuerte Stanzpistole zum Einsatz, die mehrere zylinderartige Gewebeproben liefert. Transrektale Ultraschall- (TRUS), Röntgen- und Blutuntersuchungen schließen sich daran an.
Wichtige Therapiemethoden bei einem Prostatakarzinom sind: Operative Entfernung der Prostata, wenn die Organgrenze (Kapsel) noch nicht überschritten wurde; Transurethrale Resektion (TUR-P), d.h. Geschwulstabtragung mit Endoskop über die Harnröhre als lindernde Maßnahme im fortgeschrittenen Stadium; Blockierung männlicher Geschlechtshormone durch eine Hormonbehandlung; Entfernung der Hoden sowie Chemo- und Strahlentherapie. Mögliche Folgen einer Operation sind z.B. Harninkontinenz, Blutungen, Zeugungsunfähigkeit und Infektionen. Abhängig vom Befund kommt deshalb oftmals eine Hormon- bzw. Strahlentherapie bevorzugt zum Einsatz.
Kategoriezuordnung: Krebs-Lexikon, Prostatakrebs, Krebsbegriffe: M | N | O | P · Artikel erstellt am: 07.06.2006




