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Krebstherapie

Plasmozytom

Ein Plasmozytom geht von einer entarteten Plasmazelle aus

Das Plasmozytom zählt zu den ‚Non-Hodgkin-Lymphomen’ (NHL). Das sind bösartige Erkrankungen, die von unterschiedlich gereiften Lymphozyten (weißen Blutkörperchen zur Immunabwehr) ausgehen. Da sich bei einem Plasmozytom in der Regel mehrere (multiple) Geschwülste gleichzeitig bilden, ist dieses auch unter dem Begriff ‚Multiples Myelom’ bekannt (auch ‚Morbus Kahler’ nach einer genauen Krankheitsbeschreibung des Wissenschaftlers Kahler im 19. Jahrhundert). Entgegen anderen NHL hat ein Plasmozytom seinen Ursprung vor allem im Knochenmark und in den so genannten ‚B-Lymphozyten’, welche sich von den Vorläufern der Blutzellen ableiten und zu Plasmazellen entwickeln. Diese produzieren Immunglobuline als Antikörper zur Immunabwehr. Bei den sich unkontrolliert vermehrenden Zellen ist diese Antikörperfunktion der Globuline jedoch gehemmt (Paraproteine). Sie behindern in ihrer Masse lediglich die normale Blutbildung im Knochenmark.
Das Plasmozytom ist eine sich langsam entwickelnde (niedrigmaligne), seltene Erkrankung, aber als Tumor des Knochenmarks und der Knochen am häufigsten anzutreffen. Ihre Entstehung ist noch weitgehend ungeklärt. Ein Zusammenhang mit einer Virusinfektion oder Immunschwäche wurde bislang nicht nachgewiesen, jedoch lassen familiäre Häufungen auf eine gewisse Erblichkeit der Krankheit schließen.
Im Frühstadium bleibt das Plasmozytom in seiner symptomalen Ausprägung unspezifisch, nicht selten unbemerkt. Allgemeine Abgeschlagenheit und Müdigkeit erhöhte Körpertemperatur, Blutarmut, Nachtschweiß sowie Infektanfälligkeit können Hinweise darauf sein, dass die Immunabwehr und die Blutbildung stark eingeschränkt sind. Weiter greifend sind jedoch die Schwächung und Schädigung der Nieren (Vergrößerung, Verstopfung) durch die verstärkte Ausscheidung von Paraproteinen sowie Knochen- und Nervenschmerzen, auch Gewichtsverlust, infolge des Abbaus von Knochensubstanz und Anreicherung der Tumormasse.
Entsprechend dieser Symptomatik ist ein erhöhter Immunglobulin- und Kalziumspiegel in Blut und Urin ein Diagnosekriterium. Dies lässt auch eine Einteilung der Erkrankung in verschiedene Schweregrade zu. Weiter ist die Senkungsgeschwindigkeit der Blutkörperchen stark erhöht, ebenso die Konzentration der Plasmazellen im Knochenmark (Knochenmarksbiopsie aus dem Beckenkamm). Röntgenuntersuchungen, Magnetresonanztomographie (MRT), Messungen der Knochendichte zeigen in der Regel recht gut den Knochenabbau und die Ausdehnung des Tumors im Knochenmark.
Eine vollständige Heilung dieser Erkrankung ist meist nicht möglich. Da sich ein Plasmozytom nur langsam und lange ohne Symptome und Beschwerden ausbreitet, kann eine Chemotherapie erst im fortgeschrittenen Stadium erfolgen. Tumore, die Schmerzen verursachen, werden operativ entfernt. Eine Strahlentherapie ist wegen Mehrfachausbreitung keine ausreichende Methode und wird meist nur in Verbindung mit einer Chemobehandlung angewandt. Zusätzlich verabreichte zellschädigende Antikörper können die Vermehrung der Plasmazellen eindämmen und Biophosphonate den Knochenabbau verlangsamen.

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Kategoriezuordnung: Krebs-Lexikon, Krebsbegriffe: M | N | O | P · Artikel erstellt am: 01.06.2006
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