Ovarialkarzinom
Ovarialkarzinom – Bösartige Eierstockgeschwulst
Unter einem Ovarialkarzinom versteht man eine maligne Erkrankung der weiblichen Keimdrüse (Eierstock, Ovar). Darunter sind die meist beidseitig auftretenden, sehr bösartigen ‚Kystadenokarzinome’ am häufigsten. Diese entwickeln sich an den Zellen des Deckgewebes (Epithelien). Durch Stauung von Drüsensekret entsteht zunächst eine gutartige zystische Vergrößerung der Drüse (Kystom), die in der Folge nicht selten zu einem Karzinom entartet.
Im Frühstadium treten durch ein Ovarialkarzinom keine oder nur unspezifische Symptome auf, denn dieser Tumor kann sich in der Bauchhöhle längere Zeit erst einmal ohne Behinderung ausbreiten und deshalb vorerst unbemerkt bleiben. Eine ärztliche Abklärung ist allerdings dringend geboten bei länger anhaltenden, unerklärbaren Bauchschmerzen, Verdauungsbeschwerden, bei Blutungen außerhalb der monatlichen Regel und nach der Menopause sowie bei wachsendem Bauchumfang trotz einhergehender Gewichtsabnahme (Auslöser: Flüssigkeitsansammlung im Bauch).
Oftmals hat ein Ovarialkarzinom seinen Ursprung nicht im Eierstock selbst, sondern entsteht durch Ansiedlung von Metastasen eines anderen erkrankten Organs, z.B. von Brust, Darm oder Gebärmutterhals ausgehend. Patienten, die an Tumoren dieser Organe leiden, sind deshalb besonders mit dem Risiko behaftet, hinzu an einem Ovarialkarzinom zu erkranken. Auch Frauen, die das 50. Lebensjahr überschritten haben, kinderlos geblieben sowie erblich vorbelastet sind, gehören zur Risikogruppe. Deshalb erscheint es gerade für ältere Frauen äußerst sinnvoll, mit einer jährlichen Ultraschalluntersuchung (Vaginalsonographie) die Eierstöcke untersuchen zu lassen. Allein der Zellabstrich, der vorsorglich zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs durchgeführt wird, kann über die Existenz eines Eierstocktumors wenig aussagen. Bei einer zystischen Veränderung schaffen zusätzliche Blut- und Gewebeuntersuchungen Klarheit. Außerdem kann ein Ovarialkarzinom so genannte ‚Tumormarker’ (hier z.B. Cancer Antigen 125 / CA 125) produzieren, welche im Blut nachweisbar sind und vor allem in der Krebsnachsorge eine Rolle spielen.
Wie auch bei Tumorerkrankungen der anderen weiblichen Geschlechtsorgane erfolgt bei einem diagnostizierten Ovarialkarzinom die operative Entfernung der Eierstöcke nebst Gebärmutter, Eileiter, Fettgewebe und eventuell auch der Lymphknoten. Danach wird meist zusätzlich eine Chemotherapie durchgeführt.
Kategoriezuordnung: Krebs-Lexikon, Krebsbegriffe: M | N | O | P · Artikel erstellt am: 01.06.2006




