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Ösophaguskarzinom

Bösartiger Tumor der Speiseröhrenschleimhaut -
das Ösophaguskarzinom

Das Ösophaguskarzinom ist eine maligne Tumorerkrankung des Deckgewebes der Speiseröhre (Ösophagus). Je nach Erscheinung werden hier hauptsächlich zwei Formen diagnostiziert: Plattenepithel- und Adenokarzinom. Letzteres macht zwar etwa nur ein Drittel aller Ösophagustumore aus, hat aber die höchste Zuwachsrate aller bösartigen Geschwülste überhaupt. Seinen Ursprung hat es im Wesentlichen in einem vom Magen ausgehenden vermehrten Rückfluss von Säure- und Galle (Reflux). Ausdruck hiervon ist ein Sodbrennen, was auf lange Sicht gesehen die Zellen der Plattenepithelschicht in der unteren Speiseröhre zerstört. Der Körper ersetzt diese Schicht nachfolgend durch eine säureunempfindlichere Schleimhaut (Zylinderepithel). Dadurch kommt es zu einer innerlich verkürzten Speiseröhre (Endobrachyösophagus, Barrett-Ösophagus), bei der das Krebsrisiko um über 50 Prozent erhöht ist.
Das Plattenepithelkarzinom ist eine sehr viel häufigere Form von Ösophaguskarzinom (etwa zwei Drittel), allerdings mit zunehmend rückläufiger Tendenz. Außerdem sind wesentlich mehr Männer als Frauen hiervon betroffen. Es hat sich gezeigt, dass diese Art vorwiegend auf einen stark erhöhten und vor allem auch kombinierten Nikotin- und Alkoholkonsum zurückzuführen ist. Natürlich können auch z.B. durch Laugen herbeigeführte Verätzungen oder schädliche Essgewohnheiten (zu scharf, zu heiß etc.) zu chronischer Reizung und Schädigung der Speiseröhre führen.
Die Diagnose betreffend ist anzumerken, dass das Ösophaguskarzinom leider in den meisten Fällen erst dann mittels Röntgenkontrastuntersuchung (Ösophagusbreischluck) und Endoskopie (Spiegelung, auch Ösophagoskopie) entdeckt wird, wenn es bereits Metastasen gebildet hat. Zunächst bestehen ja meist nur bei festen Speisen Schluckbeschwerden, die nichts Ernstes erahnen lassen. Danach kommt es, vor allem bei vorangeschrittenem Verschluss der Speiseröhre, zu einem Rückfluss der Nahrung. Sodbrennen, Aufstoßen, Druck und Schmerz in der Brust, Verdauungsstörungen, Gewichtsverlust, Atemnot, Heiserkeit sind gängige Symptome.
Leider gibt es noch keine Testung zur Früherkennung dieses Krebses. Aber wenn ein Endobrachyösophagus vorliegt, werden jährliche Endoskopien sowie Messungen von Säuregrad und Druck in der Speisröhre notwendig. Wurde ein Ösophaguskarzinom bereits diagnostiziert, erfolgt eine Entfernung des Tumors mit teilweiser oder ganzer Herausnahme der Speiseröhre. Durch Hochziehen des Magens bzw. Zwischenschalten eines Darmstücks wird sie ersetzt. Dieser chirurgische Eingriff – meist mit Öffnung von Brustkorb, Bauch, Hals verbunden – birgt ein hohes Risiko. Oft werden deshalb eine Geschwulst in einem fortgeschritteneren Stadium sowie ein im oberen Drittel der Speisröhre gelegener Tumor nur bestrahlt bzw. mit Lasertherapie verkleinert und die Speiseröhre dann durch Einführen einer Kunststoffröhre offen gehalten.

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Kategoriezuordnung: Krebs-Lexikon, Krebsbegriffe: M | N | O | P · Artikel erstellt am: 30.05.2006