Neuroblastom
Ein Neuroblastom besteht aus unreifen Nervenzellen
Das Neuroblastom ist die zweithäufigste maligne Tumorerkrankung im Kindesalter. Über 90 Prozent der Betroffenen erkranken daran noch vor Beginn des Grundschulalters. Bei den Tumorzellen handelt es sich um Vorläufer von Nervenzellen, welche in der Neuralleiste nicht genügend ausgereift wurden (Neuroblasten). Diese Art von Gewebewucherung hat ihren Ausgangspunkt deshalb vornehmlich im Sympathikus des vegetativen (autonomen) Nervensystems (Sympathoblastom). Ein Neuroblastom entsteht auch häufig in der Hirnregion (Medulloblastom) oder auf der Netzhaut im Auge (Retinoblastom) - dazu an zahlreichen anderen Stellen, von den Nebennieren ausgehend entlang der Wirbelsäule im Bauch-, Becken-, Brustbereich bis hin zum Hals, Nacken und Kopf.
Je nach Lokalisation kann ein Neuroblastom ein spezielles Beschwerdebild verursachen. So bewirken z.B. Tumore direkt im Grenzstrang durch Verwachsungen im Wirbelsäulenkanal neurologische Beschwerden bis hin zur Symptomatik einer Querschnittlähmung. Im Brustbereich kann eine Geschwulst zu Atemnot führen, eine hormonell aktive dagegen zu Hormonschwankungen usw. Allgemein treten Symptome auf wie unerklärbare Schwäche, Gewichtsverlust, Fieber sowie ein erhöhter Spiegel von Adrenalin, Noradrenalin und deren Abbauprodukte im Blut.
Leider bilden sich in der Regel recht früh Tochtergeschwülste, vor allem in Leber, Knochenmark und Knochen sowie in der Haut. Etwa die Hälfte aller Tumore hat zum Zeitpunkt der Diagnose bereits gestreut. Dementsprechend schwierig gestaltet sich die Therapie. Manches Neuroblastom wird im Frühstadium rein zufällig diagnostiziert, etwa bei einer Ultraschalluntersuchung. Danach kommen dann zur genaueren Analyse bildgebende Verfahren von der Computertomographie (CT), über die Magnetresonanztomographie (MRT) bis hin zur Szintigraphie zum Einsatz. Bei der feingeweblichen Untersuchung weisen die Tumorzellen unterm Mikroskop meist dichte Kerne mit wenig Zytoplasma auf.
Der Therapieablauf ist vom Stadium der Erkrankung abhängig. Allgemein aber erfolgt eine operative Entfernung der Geschwulst, eventuell ergänzt von einer vor- bzw. nachgeschalteten Chemotherapie und Strahlenbehandlung. Spezielle Tumormarker, also Zellprodukte, die auf die entsprechende Tumorerkrankung hinweisen – hier z.B. das Onkogen MYCN, spielen hinzu eine bedeutende Rolle in der Verlaufskontrolle der Therapie.
Kategoriezuordnung: Krebs-Lexikon, Krebsbegriffe: M | N | O | P · Artikel erstellt am: 24.05.2006




