Melanom(a)
als malignes M. zu den bösartigsten Neoplasmen der Haut/Schleimhäute gehörender Tumor, der von Melanomzellen ausgeht, die als eine maligne Variante des melaninbildenden Zellsystems der Haut aufgefaßt werden können. Das M. besitzt eine sehr starke u. oft recht frühzeitige Neigung zu lymphogener oder/u. hämatogener Metastasenbildung. Trotz der klinischen Vielfalt (s.u.) läßt sich das Metastasierungsrisiko für den einzelnen Patienten aufgrund der Eindringtiefe nach Clark u. der Tumordicke nach Breslow vorhersagen (s. Tab.).
E: melanoma.
Melanom(a), amelanotisches
Abk.: AMM
malignes M. ohne makroskopisch erkennbare Pigmentbildung (aber mit positiver DOPA-Reaktion im Exzisionsmaterial); z.B. an Fußsohlen.
E: amelanotic m.
Melanom(a), benignes juveniles
Syn.: Spindelzellnävus
Nävuszellnävus-artiges Neoplasma v.a. bei Kleinkindern, u. zwar in Form glasstecknadelkopf- bis bohnengroßer (evtl. größer), flacher, gelblich-rötlicher bis graubrauner Infiltrate, v.a. im Gesicht.
Melanom(a), intraepidermales
s.u. Melanom, malignes.
Melanom(a), malignes
Syn.: Melano(zyto)blastom, Nävokarzinom
bösartiges Melanom; ein Tumor epidermogenen (neuroektodermalen) Ursprungs; entsteht auf vorher unauffälliger Haut (Mélanome d’emblée) oder auf dem Boden einer melanotischen Präkanzerose (als - buntscheckiges, hell- bis schwarzbraunes - Lentigo-maligna-M. [LMM] auf einer Lentigo maligna [= Melanosis circumscripta praeblastomatosa s. praecancerosa Dubreuilh]; v.a. im Gesicht u. an Unterschenkeln, bei älteren Frauen; als Dubreuilh*-Hutchinson* Krankheit ein intraepidermales M. = M. in situ) bzw. eines angeborenen oder erworbenen Nävuszellnävus. Tritt v.a. nach der Pubertät auf u. bei älteren Personen, bevorzugt in lichtexponierten Hautpartien, aber auch an Schleimhäuten, im Auge (s.u.) u. an den Hirnhäuten. - Klinische Haupttypen (außer dem genannten Lentigo-maligna-Typ): das akrolentiginöse M. (ähnlich dem LMM buntscheckig [evtl. grau bis weiß gefleckt infolge Regression; rosa bis rötlich bei Entzündung]; an Handflächen, Fußsohlen, peri- u. subungual [»Nagel-M.«, Abb. c]), das oberflächlich (superfiziell) spreitende M. (SSM, flach, mit zentrifugaler Ausbreitung, evtl. mit scheinbaren Aussparungen; später auch knotig, Abb. a) u. das primär knotige oder noduläre M. (NM, Abb. b; evtl. amelanotisch; als D’emblée-Typ oder als Nävuszellnävus-Typ; halbkugelig-glatt oder flächenhaft oder mehr verrukös; blauschwarz, evtl. durch Regression grau oder rosa gescheckt). - Klinische Kriterien (Bandmann): verletzliche Oberfläche (Blutung, Erosion, Ulzeration, Krusten), Randerythem, Fehlen deutlicher Follikel, dunkle Pigmentierung, Infiltration auch der Umgebung, Randsatelliten, höckrig-warziges oder glatt-gespanntes Hautrelief. Einzelne Pigmentmale können nach der ABCDE-Regel (s. Tab.) beurteilt werden. Die Klassifikation des malignen M. erfolgt nach dem TNM-System. - Therapie: frühzeitige Totalexzision mit ausreichendem Sicherheitsabstand (die Größe ist in Diskussion). Bei fortgeschrittenen Stadien z.B. Lymphknotenexstirpation, Chemotherapie, immunmodulatorische Ansätze (BCG, monoklonale Antikörper, Interferon, Interleukin-2 etc.), hypertherme Extremitätenperfusion.
E: malignant m. (e.g. superficial spreading; nodular).
Melanom des Auges
unterteilt in
1) M. der Hornhaut:
oft nah am Hornhautrand lokalisiert, später Übergreifen auf Hornhaut u. Lider sowie lokale Abklatschmetastasen.
2) M. der Iris:
maligne Entartung eines Nävus oder primär bösartige Neubildung. Meist gefäßreicher, unscharf begrenzter Tumor der Regenbogenhaut unterschiedlichen Pigmentgehalts; häufig Verziehung der Pupille (Korektopie) u. Ektropium uveae, spontane Vorderkammerblutung (Hyphaema). Ausbreitung auf den Ziliarkörper u. ringförmiges Wachstum im Kammerwinkel möglich (Sekundärglaukom).
3) M. des Ziliarkörpers:
Tumor des höheren Lebensalters; Frühzeichen sind Akkommodationsstörungen sowie linsenbedingter Astigmatismus, episklerale Gefäßneubildung über dem Tumorareal. Diagnose meist erst im fortgeschrittenen Stadium mit Sekundärglaukom, pseudouveitischen Entzündungszuständen, Gesichtsfeldausfällen oder Visusverlust durch seröse Netzhautablösung.
4) M. der Choroidea:
Diagnose im Frühstadium meist zufällig; zentral vom Äquator gelegener subretinaler kugeliger Tumor unterschiedlichen Pigmentgehalts. Später sekundäre Netzhautablösungen, pseudouveitische Reizzustände u. Sekundärglaukom mit Erblindung des Auges; s.a. Abb.
Kategoriezuordnung: Krebs-Lexikon, Krebsbegriffe: M | N | O | P · Artikel erstellt am: 19.05.2006




