Magenkarzinom
Ein Magenkarzinom geht von den Zellen der Magenschleimhaut aus
Das Magenkarzinom tritt vermehrt bei Männern und in einem höheren Lebensalter auf (ab ca. 60) und ist die häufigste Krebserkrankung im Bereich des Magens. Seinen Ursprung hat es in veränderten Zellen der Magenschleimhaut. Dem gehen oftmals eine chronische Schleimhautentzündung (chonisch-atrophe Gastritis, intestinale Metaplasie) oder Magengeschwüre (Ulkus) voraus, welche wiederum häufig durch eine Infektion mit dem Bakterium Heliobacter pylori ausgelöst werden. Diese machen nämlich die Schleimhaut für Magensäure angreifbar.
Ebenso wirken neben erblicher Veranlagung übermäßiger Alkohol- und Nikotinkonsum sowie ein erhöhter Genuss von zu heißen, stark gewürzten (gesalzenen) und gebratenen Speisen begünstigend. Letztere enthalten in der Regel viel Nitrit. Dieses wird im Magen durch Bakterien und Reaktion mit Eiweißstoffen in krebserregende Nitrosamine umgewandelt. Diese Reaktion kann aber wiederum durch die Vitamine C und E sowie durch Selen gehemmt werden.
Durch vermehrt durchgeführte Magenspiegelungen (Gastroskopien) konnten in den letzten Jahren Erkrankungen am Magenkarzinom zunehmend im Frühstadium entdeckt und deshalb die Zunahme dieser Krebsart gestoppt werden. Hat das Karzinom erst einmal die Schleimhautgrenze überschritten, breitet es sich sehr schnell aus und setzt Tochtergeschwülste, sehr häufig z.B. im Lymphknoten über dem linken Schlüsselbein (Virchow-Knoten). Leider ist es so, dass Magenkrebs über einen längeren Zeitraum hinweg keine oder aber sehr uneindeutige Symptome beschert. Meist wird ein ‚empfindlicher Magen’ einfach nicht ernst genommen. Beschwerden wie Druck und Schmerz im Oberbauch, veränderte Stuhlgewohnheiten (Teerstuhl z.B.), Völlegefühl, Appetitlosigkeit, Übelkeit mit Erbrechen, Blutarmut, Schluckbeschwerden etc. müssen aber bei anhaltender Dauer unbedingt ärztlich abgeklärt werden, können sie doch auch Hinweise auf eine Krebserkrankung sein.
Neben einer Gastroskopie mit Gewebeentnahme kann zusätzlich mit anderen bildgebenden Verfahren (Tomographien) eine differenziertere Untersuchung des betroffenen Organs erfolgen. Bei Diagnose Magenkarzinom wird meist der gesamte Magen chirurgisch entfernt (Gastrektomie), die Speiseröhre mit dem Dünndarm verbunden und eventuell zusätzlich ein Ersatzmagen geschaffen. Eine Teilresektion kommt oftmals bei kleineren Wucherungen am Magenein- oder -ausgang vor. Tumorabtragungen erfolgen auch während einer Magenspiegelung, wenn eine Operation in fortgeschrittenem Stadium nicht mehr möglich ist.
Kategoriezuordnung: Krebs-Lexikon, Krebsbegriffe: M | N | O | P · Artikel erstellt am: 17.05.2006




