Blasenkarzinom und Prostatakarzinom
Bei Männern findet sich ein relativ hohes Risiko der Neuerkrankung an einem Prostata- und/oder Blasenkarzinom mit 1996 weltweit 636.000 Neuerkrankungen. In Deutschland erkranken jährlich mehr als 20.000 Männer neu an einem Prostatakarzinom, von denen etwa 11.000 pro Jahr sterben. Die Häufigkeit der Erkrankung nimmt kontinuierlich zu (Rübben, 1996). Die Ursachen für Prostatakrebs sind nicht bekannt. Eine kurative operative Therapie ist nur im
Frühstadium möglich, so lange der Krebs noch auf die Prostata beschränkt ist. Während viele Studien darauf hinzuweisen scheinen, dass die Aufnahme von Mikronährstoffen keinen direkten Zusammenhang mit der Erkrankungshäufigkeit eines Prostatakarzinoms hat (Block et al., 1992), scheinen ein hoher Obst- und Gemüsekonsum sowie hohe ß-Karotin-Spiegel einen protektiven Effekt beim Blasenkarzinom zu haben (Steinmetz et al., 1991a).
Es zeichnet sich ab, dass Vitamin D, Vitamin E, ß-Karotin und Lykopin beim Prostatakarzinom protektiv wirken.
Eine hohe Aufnahme tierischer Fette und das Rauchen fördern eher die Ausbildung eines Prostatakarzinoms, wie die Auswertung von 121 Referenzen ergab (Giovannucci, 1996).
Männer, deren Vater an einem Prostatakarzinom litt, haben ein zweifach höheres Prostatakarzinomrisiko; wenn auch noch ein Bruder erkrankt ist, steigt das Risiko auf das Fünffache (Anderson et al., 1996).
Epidemiologische Studien zeigen eine positive Korrelation zwischen dem Prostatakarzinomrisiko und der Höhe des Fettverzehrs. In einer neueren prospektiven Studie in Hawaii wurden 20.000 Männer untersucht, die Angehörige von fünf verschiedenen ethnischen Gruppen waren.
198 Studienteilnehmer entwickelten in der Beobachtungszeit von 5 Jahren ein invasiv wachsendes Prostatakarzinom.
Eine positive Korrelation fand sich für eine hohe Aufnahme von tierischem Fett, Rindfleisch und Milch (Le Marchand et al., 1994).
Ausgehend von dem Ergebnis dieser und weiterer Studien, wird der Reduktion des Verzehrs tierischer Fette im Rahmen der Prophylaxe des Prostatakarzinoms die größte Bedeutung beigemessen (Franceschi, 1994).
Gestützt wird die Annahme, dass ein hoher Konsum an tierischen Fetten das Prostatakarzinomrisiko steigert, auch durch Ergebnisse der prospektiven Health Professionals Follow up Study mit 51.000 Männern in den USA, die eine positive Korrelation zwischen der Höhe des Konsums tierischer Fette (ohne Milch und Fischfett) mit dem Prostatakarzinomrisiko zeigte (Giovannucci et al., 1995).
Ein hoher Obst- und Gemüseverzehr senkt das Prostatakarzinomrisiko durch die relativ hohe Aufnahme von ß-Karotin (Bingham, 1990). In einer prospektiven Kohortenstudie mit etwa 48.000 Männern erkrankten inner halb des Beobachtungszeitraums 812 Männer an einem Prostatakarzinom. Bei der Erfassung der verzehrten 46 verschiedenen Obst- und Gemüseprodukte fand sich nur für Tomaten, Tomatensoße, Tomatensaft und Pizza eine positive Korrelation. Nur die Aufnahme von Lykopin hatte einen positiven Effekt, nicht aber die von ß-Karotin, -Karotin oder Lutein und ß-Kryptoxanthin. 82 % der Gesamtlykopinaufnahme stammten aus den vier Lebensmitteln Tomaten, Tomatensoße, Tomatensaft und Pizza. Ein niedriger Konsum von gesättigten Fetten bei einem hohen Anteil einfach ungesättigter Fettsäuren und einer relativ hohen Lykopinaufnahme ist typisch für die gesunde mediterrane Kost bei gleich zeitig deutlich niedrigerem
Prostatakarzinomrisiko (Giovannucci et al., 1995).
Unverheiratete Männer haben ein geringeres Prostatakarzinomrisiko als Verheiratete. Häufig wechselnde Partnerinnen sowie ein sehr früher erster Geschlechtsverkehr erhöhen das Prostatakarzinomrisiko. Der hohe Konsum von harten Alkoholika und das Rauchen zeigten eine nur geringe negative Wirkung (Anderson er al., 1996).
Aussagefähigste Risikofaktoren des Prostatakarzinoms scheinen bestimmte genetische Dispositionen zu sein, die für einen extrem progredienten Verlauf sprechen. In diesen Fällen scheint eine kurative Therapie nicht möglich (Ingles et al., 1997). Komplementäre Maßnahmen im Sinne der orthomolekularen Therapie sind besonders in diesen Fällen angezeigt, um die Lebensqualität zu verbessern.
Komplementäre Therapie bei Prostatakarzinom 3-5 Tassen grüner Tee. Gesunde, vollwertige, kalorienangepaßte Kost mit 5 Portionen Obst oder Gemüse, auch mit Tomaten und Tomatenprodukten, Karotten, Zwiebelgewächsen und Kohl, wenig gebratene Speisen. Der Anteil der tierischen gesättigten Fette sollte deutlich unter 10 % der Gesamtkalorienmenge liegen.
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Kategoriezuordnung: Prostatakrebs, Blasenkrebs · Artikel erstellt am: 29.05.2006




