Was sind “freie Radikale”?
Radikale sind biochemische Verbindungen mit ungepaarten Elektronen und sind somit stark reaktionsfähig. "Freie Radikale" können als solche kurzzeitig existieren. Im engeren Sinn versteht man darunter reaktive Formen des Sauerstoffs, wie Superoxid, Wasserstoffperoxid und organische Hydroperoxide, die im oxidativen Stoffwechsel ("oxidativer Stress") entstehen, sowohl endogen als auch exogen durch in erster Linie Zigarettenrauchen (!), andere Umweltgifte oder Bestrahlung und auch bei längerdauernder, intensiver körperlicher Belastung. Die freien Radikale schädigen eine Vielzahl zellulärer Strukturen, v.a. Zellmembranen und spielen eine entscheidende Rolle in der Entstehung der Atherosklerose (Arterienverkalkung). Zum Glück besitzt unser Organismus Ein "Redox-System" und kann durch enzymatische (z.B. Dismutasen, Katalasen und die selenhaltige Glutathionperoxidase) und auch nicht-enzymatische Mechanismen (z.B.. Vitamin C, Vitamin E, Betakarotin und sekundäre Pflanzenstoffe wie die Flavonoide) als sog. "Antioxidantien" die freien Radikale "entgiften". Eine ausgewogene Ernährung mit reichlich Gemüse, Salat und Obst liefert ausreichend Vitamin A, C und E sowie Spurenelemente wie Selen und Zink, um dem sog. "oxidativen Stress" entgegenzuwirken. Eine zusätzliche Zufuhr von Vitaminen und Spurenelementen über den Bedarf hinaus ist weder notwendig noch sinnvoll, auch wenn heutzutage die Supplementation dieser Mikronährstoffe stark beworben wird (kommerzielles Interesse ohne medizinisch-rationellen Hintergrund, das gilt auch für die immer mehr in "Mode" kommende, jedoch alles andere als wissenschaftliche fundierte "Orthomolekularmedizin"). Man sollte auch bedenken, dass es auch die freien Radikale sind, die die täglich in unserem Organismus entstehenden Krebszellen bekämpfen. Die freien Radikale dürfen somit nicht ausschließlich als "Feindbild" betrachtet und sollten nicht "um jeden Preis bekämpft" werden! Eine unkritische, übermäßige Einnahme von Vitaminpräparaten, die v.a. in den U.S.A. "Mode" ist und zunehmend auch bei uns propagiert wird, ist abzulehnen – nicht zuletzt aus gesundheitlichen Gründen. An dieser Stelle sei erwähnt, dass die irrationale Vorgangsweise des "Begründers" der "Vitaminphilosophie", des zweimalige Nobelpreisträgers Linus Pauling, sich täglich grammweise Vitamine einzuverleiben (unter anderem 18 g Vitamin C!), ihn nicht vor einem Prostatakrebs bewahrte. Da das Zigarettenrauchen zu einer regelrechten "Explosion" freier Radikale im Organismus führt, stellt das Nicht-Rauchen neben einer gesunden Ernährung die wichtigste Maßnahme dar, den oxidativen Stress des Körpers zu verringern!
Kategoriezuordnung: Allgemein · Artikel erstellt am: 03.05.2006




